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Auditkonzepte für ein steuerbares Facility Management
Audits im Facility Management sollen nicht nur Fehler finden. Ihr eigentlicher Nutzen liegt darin, systematisch festzustellen, ob Organisation, Prozesse, Verträge und Leistungen so funktionieren, wie sie vorgesehen sind – und ob erkannte Abweichungen tatsächlich beseitigt werden.
Ein Auditkonzept schafft dafür einen verbindlichen Rahmen. Es legt fest, was geprüft wird, nach welchen Kriterien bewertet wird, wer prüft, wie Ergebnisse dokumentiert werden und wie aus Feststellungen wirksame Verbesserungen entstehen.
Auditkonzepte im Facility Management: Strategien für Compliance, Qualität und kontinuierliche Verbesserung
- Auditziele
- Sollzustand
- Risiken
- Stichproben
- Differenzierung
- Auditprozess
- Abweichungen
- Managementreview
- Verbesserung
Vom Sollzustand ausgehen
Ein Audit benötigt einen eindeutigen Bewertungsmaßstab. Vor Beginn sollte deshalb feststehen, welcher Sollzustand geprüft wird. Dieser kann sich beispielsweise aus Verträgen, Leistungsbeschreibungen, internen Vorgaben, Genehmigungen, Betreiberanforderungen, technischen Regeln oder festgelegten Qualitätsstandards ergeben.
Erst auf dieser Grundlage lässt sich nachvollziehbar zwischen konformer Leistung, Verbesserungspotenzial und tatsächlicher Abweichung unterscheiden.
Risikoorientiert prüfen
Nicht jeder Sachverhalt besitzt dieselbe Bedeutung. Auditressourcen sollten deshalb insbesondere auf Bereiche konzentriert werden, bei denen Fehler erhebliche Auswirkungen auf Sicherheit, Betrieb, Kosten, Compliance oder Kerngeschäft haben können. Damit entsteht mehr Erkenntnis als durch eine gleichmäßige Prüfung aller Themen.
Ein risikoorientiertes Audit betrachtet beispielsweise:
kritische technische Anlagen,
wesentliche Betreiberpflichten,
wiederkehrende Störungen,
hohe Kostenpositionen,
auffällige Leistungskennzahlen,
bekannte Schwachstellen,
Schnittstellen zwischen mehreren Verantwortlichen sowie
Feststellungen aus früheren Prüfungen.
Stichproben müssen nachvollziehbar sein
Bei größeren FM-Organisationen ist eine vollständige Prüfung sämtlicher Anlagen, Leistungen und Dokumente häufig nicht sinnvoll. Stichproben sind deshalb ein wichtiges Instrument. Entscheidend ist jedoch, dass ihre Auswahl nachvollziehbar erfolgt.
Kritikalität, Standort, Leistungsumfang, Schadenshistorie, Auffälligkeiten oder Zufallsauswahl können beispielsweise geeignete Kriterien sein. Die Stichprobe und ihre Grenzen sollten dokumentiert werden, damit aus einzelnen Beobachtungen keine unbegründeten Aussagen über den gesamten Bestand entstehen.
Das Audit endet nicht mit dem Bericht
Der entscheidende Teil beginnt häufig erst nach Abschluss der Prüfung.
Vom Audit zum Managementreview
Das Managementreview verdichtet die Ergebnisse einzelner Audits und weiterer Steuerungsinformationen zu einer Managementperspektive. Dabei stehen weniger einzelne Feststellungen als übergeordnete Fragen im Mittelpunkt:
Wo bestehen systematische Schwächen? Welche Risiken nehmen zu? Welche Maßnahmen wirken nicht? Wo müssen Organisation, Verträge, Ressourcen oder Standards verändert werden?
Damit verbindet das Managementreview Auditierung und Unternehmenssteuerung.
Audits als Instrument kontinuierlicher Verbesserung
Ein leistungsfähiges Auditsystem schafft Transparenz darüber, ob das Facility Management seine Anforderungen tatsächlich erfüllt. Es dient nicht primär der Suche nach Verantwortlichen für Fehler, sondern der belastbaren Bewertung von Leistung und Organisation.
Das vertiefende Audit- und Managementreview-Konzept definiert hierfür Auditarten, Prüfkriterien, Verantwortlichkeiten, Berichtswesen, Maßnahmenverfolgung, Kennzahlen und Reviewprozesse. So werden Audits vom punktuellen Kontrollereignis zu einem festen Bestandteil eines lernenden und steuerbaren Facility Managements.